Admission!
Juli 29, 2011
Dritter Versuch nach zwei gescheiterten Anläufen:
Eine 10-stündige Odysee zwischen diversen Büros später halte ich endlich meine Student Identity Card in den Händen, die ich natürlich gleich irgendwo zwischen Bibliothek und Dhaba (Kantine) verliere.
Glücklicherweise gibt es nicht so viele blonde Leute auf dem Campus, weshalb die Karte – natürlich mit Passfoto – schnell wieder zu mir findet.
Für den Admission Process braucht man etliche Passfotos und -kopien, viel Zeit und gute Nerven, um zwischen Aktenstapeln, Warteschlangen und Unterschriften sammeln nicht die Geduld zu verlieren. Akribisch werden alle Daten von Hand in dafür vorgesehene Bücher übertragen, digitalisiert ist hier nichts.
Eine Stunde nach Büroschluss warte ich noch immer auf meine Certification für die polizeiliche Registrierung und sehe dabei offenbar so bemitleidenswert aus, dass mir Mr. Krishna hinterm Schreibtisch Lychee-Saft und scharfe Erdnüsse anbietet.
Als es dunkel wird bin ich fast an der JNU eingeschrieben. Fehlen nur noch ein paar Unterschriften… hoffentlich ^^
Frage des Tages
Juli 28, 2011
Auf dem Campus bleiben oder außerhalb wohnen?
Bad/Dusche/Waschmaschine
Juli 28, 2011
First rikshaw ride
Juli 28, 2011
Monsoon
Juli 28, 2011
Endlich…
Juli 28, 2011
… in New Delhi. Endlich ein Zimmer (fürs Erste), endlich Essen, endlich Internet.
So selbstverständlich ist das nicht, schon allein weil Enisa und ich in Mailand fast den Anschlussflug nach Delhi verpasst hätten. Hier ist nichts selbstverständlich.
Es ist schwierig etwas zu theoretisieren, das zutiefst körperlich ist:
Die Hitze, die feuchte Luft. Das scharfe, aber köstliche Essen. Der wässrige Kaffee, der trotzdem irgendwie gut schmeckt, und den man dreimal bestellen muss, damit er auch tatsächlich ohne Milch und Zucker kommt. Die vielen Kilometer, die man zwischen etlichen Büros voller Akten hin und her geschickt wird. Die vielen kleinen juckenden Stiche unbekannter Herkunft. Die Geräusche, die Gerüche, die Farben. Die neugierigen Blicke, die verständnislosen Blicke, die amüsierten Blicke.
Heute ist der dritte Tag, an dem wir versuchen uns an der Uni einzuschreiben, und wieder hat nichts geklappt.
Try again tomorrow!
Immerhin haben wir uns das erste Mal vor die Campus-Mauern getraut, um einen – vergleichsweise sündhaft teuren – Wlan-Stick zu kaufen. Ich hab mich fast nicht getraut ihn einzustöpseln, weil hier sonst einfach NICHTS auf Anhieb klappt – aber er funktioniert. Puh.
Die Hilfsbereitschaft, der wir bisher begegnet sind, ist unendlich – unendlich groß und manchmal auch unendlich erdrückend. Wir sind schließlich nicht hier, um bemuttert zu werden, auch wenn man sich manchmal fühlt als müsste man alles von Grund auf neu erlernen.
Essen, trinken, sprechen, von A nach B kommen, duschen, Zähne putzen – wie oft hab ich mich jetzt schon dafür verflucht dass ich meine Zahnbürste versehentlich unter den Wasserhahn gehalten habe? – alles folgt anderen Regeln.
Und über allem lastet diese unfassbare, feuchte Hitze.
…
Juli 20, 2011
Ist mein Koffer zu groß/zu schwer?
Hab ich meinen Pass oft genug kopiert und gestempelt?
Ist es schlimm dass ich die Typhus-Impfung nicht mehr geschafft habe?
Warum stehen Moskitos ausgerechnet auf schwarze Klamotten?
Passt meine Gitarre in den Koffer, wenn ich den Hals abschraube?
Ist ein Atemzug in Delhi wirklich wie 40 Zigaretten auf einmal rauchen?
Wieso brauche ich für die Einschreibung an der JNU 10 Passfotos?
Und wo soll ich überhaupt wohnen?
